Page 23 - Peugeot ImpressYourself 2019 01
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ERFAHREN
Vor 50 Jahren landeten erstmals Menschen auf dem Mond. Für Autofans ist anderes wichtiger – Peugeot präsentierte auf dem Genfer Autosalon die attraktivsten Varianten seines Welterfolgs: 504 Coupé und Cabrio.
Immer wieder gönnt sich Peugeot den Luxus, exklusive Fahrzeug-Sonder- serien aufzulegen. Elegant und mit einem Schuss Sportlichkeit, sind sie
für den automobilen Connaisseur gedacht. Das geschieht in den 1950er-Jahren mit der Modellreihe 403. Ihr Cabrio-Ableger ist als Dienstwagen des schussligen TV-Kommissars „Columbo“ unvergessen. In den Sechzigern entstehen Coupé- und Cabrio-Derivate der 404 Limousine. Star-Designer Battista Pinin- farina und Sohn Sergio sind ihre Schöpfer. Diese Varianten sprechen Individualisten an und sorgen für enormes Prestige. Deshalb wird 1968 bei der Präsentation der 504 Li- mousine bereits an sportliche Varianten ge- dacht. Pininfarina macht sich an die Gestal- tung eines offenen und eines geschlossenen Zweitürers.
Im Frühjahr 1969 die Sensation: Auf dem Genfer Auto- mobilsalon vor 50 Jahren feiern Coupé und Cabrio Premi- ere. Die Besucher sind von den 2+2-Sitzern hingerissen. Um mehr als 15 Zentimeter ist der Radstand gegenüber der Limousine verkürzt. Die Karosserie mit dem für Pininfa- rina typischen  ligranen Dach oder alternativem Stoff- verdeck wirkt unglaublich elegant. Dazu eine niedrige Gürtellinie und sportliche Vieraugen-Scheinwerfer. Ein Design-Kunstwerk. Aber nicht nur das: Volle Auftragsbü- cher folgen.
Die komfortbetonte Federung und ein 74 kW/101 PS, später bis 78 kW/106 PS leistender Vierzylinder machen beide Karosserievarianten zu gelassenen Gleitern. Von 1974 an kann der von Peugeot, Renault und Volvo gemein- sam entwickelte V6-Motor geordert werden. 100 kW/136 PS mit Vergaser und später 106 kW/144 PS als Einspritzer leistet er. Automatik gibt’s optional. Jetzt sind auch die Fahrleistungen sportwagentypisch.
Aber das Coupé kann mehr. Also auf in den Sport. An- fang der Siebzigerjahre ist bereits die viertürige 504 Limou- sine mit einem auf 125 kW/170 PS getunten Vierzylinder
TEXT: JÜRGEN SCHELLING
Das Cabrio war bei Sammlern lange begehrter als das Coupé, inzwischen haben sich die Präferenzen der Old- timerfans verändert
zum Rallye-Auto umgebaut. Kurz darauf entsteht eine Ver- sion, die auf dem Coupé mit V6 basiert. Sie bringt es auf bis zu 184 kW/250 PS. Drei Weber-Doppelvergaser, Hoch- leistungskolben, schärfere Nockenwellen samt entspre- chenden Ventilen sorgen für das Leistungsplus. Dazu ver- stärktes Fahrwerk, Überrollbügel, Schalensitze. Eine Scheinwerferbatterie vor und auf der Motorhaube.
Jetzt mutiert der Flaneur zum ernsthaften Sportler. Bei internationalen Rallyes macht das 504 Coupé klar: Es will siegen. Dazu kommt es bald. 1976 gewinnt ein Coupé die mörderische Rallye Bandama quer durch die afrikanische Elfenbeinküste. Fahrer wie der „ iegende Finne“ Timo Mäkinen prügeln den Zweitürer bei weiteren Starts auf gute Platzierungen. Mäkinen geht etwa bei der Safari- und der Rallye Elfenbeinküste 1979 sowie 1980 und 1981 mit dem Coupé an den Start. Aber auch 1980 in Europa bei der Akropolis-Rallye. Wenn der Wagen einmal nicht auf die vorderen Plätze kommt, gewinnt er immer noch den Schönheitspreis.
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Fotos: Frank Herzog/Aero-Art (1), Peugeot 504 Coupé Cabrio Club e.V. (1)


































































































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