Page 24 - Peugeot ImpressYourself 2019 01
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Hochwertiges Interieur im Innen- raum: Auch die Instrumententafel ist aus Holz
Bei den Straßenversionen sorgt der Zeitgeist für Verän- derungen. Vieraugen-Scheinwerfer verschwinden Mitte der Siebziger zugunsten von Breitbandleuchten. Die schräggestellten Heckleuchten weichen horizontal ange- ordneten. Fünf-Gang-Getriebe und Servolenkung halten bald darauf Einzug.
Ab den Achtzigerjahren ersetzen Kunststoffstoßstangen die Vorgänger aus verchromtem Metall. Dennoch bleiben Cabrio wie auch Coupé zeitlos elegant. Eine große Fange- meinde etabliert sich. Die Technik ist identisch mit der der allein in Europa mehr als 2,6 Millionen Mal gebauten 504 Limousine. Probleme mit Motor, Getriebe und sonstiger Antriebstechnik sind so selbst heute noch beim lokalen Peugeot-Händler zu beheben.
Ist mehr am Fahrzeug zu machen und steht gar eine Teil- oder Komplettrestaurierung an, kommt er ins Spiel: Ludwig Biewen. Der Spezialist hat sich einen hervorragen- den Namen unter 504-Besitzern gemacht. In seiner Werk- statt im rheinland-pfälzischen Saarburg erhalten selbst vermeintlich todgeweihte Exemplare ein zweites Leben. Denn so robust die aus der Großserie stammende Technik auch ist, es bleibt ein Erzfeind bei Coupé und Cabrio: Rost.
Liebe zur sinnvollen Raf nesse: das Ausstellfenster
des 504 Coupés,
ein gerade in den Sommermonaten praktisches Detail
Der hatte früher leichtes Spiel. Korrosionsschutz stand vor 50 Jahren nicht ganz oben auf der Prioritätenliste bei Pininfarina. Denn dort in Italien entstanden die Zweitürer- Varianten. In Ludwig Biewens Werkstatt werden deshalb oft Teile der Karosserie restauriert. Biewen pro tiert zu- dem vom eigenen 504 Coupé- und Cabrio-Ersatzteillager. „Ich habe mir schon früher immer originale Karosserieteile aufgehoben.“ Ist im eigenen Fundus wider Erwarten doch nichts zu  nden, weiß er, wo nötige Teile besorgt werden können.
Der 63-jährige Biewen ist ebenso ein Klassiker wie die Fahrzeuge, die er betreut. Wer seit 36 Jahren an den 2+2-Sitzern schraubt, kennt jede Schwachstelle. Noch wichtiger: Er weiß, wie sie zu beheben ist. „Geschätzt 500 bis 600 Peugeot 504 gingen im Laufe der Jahre durch mei- ne Hände.“ Dadurch kann er oft helfen, wenn ein Interes- sent zu ihm kommt und ein Coupé oder Cabrio sucht: „Gu- te Autos gehen per Mundpropaganda weg“, betont Biewen, der selbst seit vielen Jahren aktiver Rennfahrer ist. Aller- dings hat sich der Kundengeschmack in den letzten Jahren geändert: „Früher wollten alle nur 504 Cabrios. Heute ist die Nachfrage nach einem Coupé deutlich höher als die nach der offenen Version.“ Auch bei den Modellreihen ge- be es deutliche Unterschiede in der Akzeptanz: „Individu- alisten suchen generell nur einen mit Doppelscheinwerfer und schrägen Heckleuchten, also bis Baujahr 1975. Dann gibt es andere, die wollen nur einen aus den 1980er-Jahren mit Fünf-Gang-Getriebe und Kunststoffstoßstangen.“
Eine weitere Spezialität von Biewen neben Reparatur und Wartung sind die im 504-Vierzylinder verbauten Ku- gel scher-Einspritzpumpen. Er ist ausgewiesener Spezia- list dafür und kann oft noch etwas retten. Selbst dann, wenn Kunden glauben, dass die Anlage bereits kaputt sei. Sein erstklassiger Ruf als deutscher „Papst“ der 504-Zwei- türer ist über Jahrzehnte hinweg zu Recht erarbeitet. Und wer Ludwig Biewen erlebt, merkt schnell, dass echte Lei-
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